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AMVA-Präsidentin Pascale Link (Mitte) mit Vorstandsmitgliedern und Unterstützern.
26.04.2007


Neue Blindenvereinigung AMVA stellt sich und ihre Ziele vor

„Keine Hauruckaktion“

„Association pour malvoyants et aveugles“ lanciert Ruftaxi Novabus


VON LUC MARTELING


Mehr Autonomie, mehr Mobilität, mehr Unterstützung und mehr Verständnis – das sind die Hauptziele der AMVA. Die neu gegründete „Association pour malvoyants et aveugles“ stellte sich gestern offiziell der Öffentlichkeit vor und präsentierte dabei auch gleich ihr ehrgeizigstes Projekt: Am 2. Mai beginnt die viermonatige Testphase für das Ruftaxi Novabus – vorerst ohne staatliche Unterstützung.

„Wir wollen, dass unsere Vereinigung schnell bekannt wird“, sagte AMVA-Präsidentin Pascale Link zu Beginn der ersten Pressekonferenz der neuen Blindenvereinigung. Die Arbeit haben deren Mitglieder aber nicht erst seit gestern aufgenommen. Das beteuerte auch Vorstandsmitglied Sascha Lang. „Die Gründung der neuen Organisation stellt keine Hauruckaktion dar, sondern ist das Ergebnis von fünf Jahren Vorbereitung.“
Urspünglich habe man überhaupt keinen neuen Verein gründen wollen, so AMVA-Vizepräsident Claude Millang, schließlich gebe es bereits eine ganze Reihe von Vereinigungen, die sich für blinde und sehbehinderte Menschen einsetzen.

Raus aus der Isolation

„Nachdem das ,Institut pour déficients visuels‘ Mitte 2002 nur noch für schulpflichtige Kinder zugänglich war, wollten wir etwas für die Erwachsenenbildung tun. Wir erreichten auch etwas, aber nicht so viel, wie wir uns vorgenommen hatten“, so Millang.
Einen neuen Anlauf habe man in der „Blannevereenegung“ genommen; da man in deren Vorstand aber nicht über eine Mehrheit verfügte, und die Ideen auf kein Gegeninteresse stießen, habe früher oder später kein Weg an einer eigenen Vereinigung vorbeigeführt. Denn: Die meisten Blinden oder Sehbehinderten leben nicht im Heim in Berschbach, sondern zu Hause.
Und genau die bräuchten Hilfe, um nicht in der Isolation zu landen. Daher auch die vier Prioritäten, die sich die AMVA gegeben hat: mehr Autonomie, mehr Mobilität, mehr Unterstützung (z. B. im Beruf) und mehr Verständnis bei den Mitmenschen für Behinderte.
Durch mehr Bewegungsfreiheit könne die Lebensqualität entscheidend verbessert werden, so Pascale Link. Und damit dies nicht immer mit Angst, Organisationsaufwand und unter Umständen hohen Kosten verbunden ist, führt die AMVA am kommenden 2. Mai den Ruftaxi Novabus ein, den Blinde, Sehbehinderte, aber auch alle anderen Behinderten oder in ihrer Beweglichkeit eingeschränkten Menschen anrufen können, damit er sie abholen kommt und an den gewünschten Ort innerhalb Luxemburgs bringt.
Bis Ende August, also vier Monate, soll die „Testphase“ des Novabus dauern. Die Koordination übernimmt Georges Carbon, selbst nicht Mitglied bei der AMVA, dafür aber mit reichlich Erfahrung in Sachen Bustransport.
„Wir werden einen Von-Tür-zu-Tür-Service anbieten, und zwar täglich von 7 bis 23 Uhr“, so Carbon, der sich aber bewusst ist, dass er wohl kaum allen Anfragen gerecht werden kann, schließlich stehen ihm in der Testphase nur zwei Busse zur Verfügung. „Allein die Stadt Metz stellt 17 Wagen für Behindertentransporte zur Verfügung“, gibt er zu bedenken.

Soziale Tarife

Je nach Zuspruch ist es aber möglich, dass das Angebot ab September erweitert werde, denn für die Zeit nach der Testphase habe das Transportministerium eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Bis dahin ist der Novabus auf Spenden angewiesen, denn eine Hin- und Rückfahrt soll lediglich 15 Euro kosten, innerhalb einer Gemeinde sogar noch weniger.
Die Hotline 8002-3300 und die Internetseite (www.novabus.lu) sollen ab kommender Woche funktionieren. Die AMVA ist unter Tel. 661-661 300 zu erreichen.